Nachdem erst Jenny in Krabi und auf Lanta dann Sue einen Anflug von Schnupfen/Erkältung hatten, war bisher nicht nochmal an Tauchen zu denken. Aber jetzt wo‘s besser geht wollen wir nochmal mit den Köpfen unter Wasser und Fische gucken.
Auch hier sind wir zur alt-bekannten Adresse der Lanta Fun Divers. Deutsch geführt, alteingesessen, unkompliziert, entspannt mit Speedboot – so kommt man recht früh zurück und hat anschließend noch was vom Tag.
Das Tauchen war toll. Am ersten Tag ging es nach Koh Bida. Schöne Tauchgründe.
Wir haben quasi so gut wie alles gesehen, was die Andamanen- See hergibt- bis auf Grossfisch. Highlight waren 2-3 Seepferdchen, Seeschlange, Cuttlefish, 2-3 außergewöhnliche Schnecken, Gruppe Sepia, eine Turtle, schwarzspitzen Riffhai, Leo Murray, jede Menge Schwärme Yellowsnapper, Lobster, shrimp, Flunder, einzelne Makrelen – ach alles 😍
Den zweiten Tag ging es nach Koh Haa.
Koh Haa – ist eher eine Inselgruppe aus 5 unbewohnten Inseln/Felsen. Es ist ein bekanntes Tauchgebiet, mit guten Sichtweiten, tollen weiche Korallen-Gärten und Höhlen. Die Highlights sind die geschützte Lagune (ideal für Anfänger) sowie die „Kathedrale“ (drei Höhlen).
Wir haben festgestellt, dass wir uns über alles freuen, was wir sehen. Es sind nicht nur die Großen Sachen, wie Haie, Walhai, Mantas etc. auch nicht nur die ganz kleinen Dinge wie Schnecken, Seepferdchen, die gut getarnten Meeresbewohner – wir freuen uns einfach auch wenn das Meer/ die Tauchplätze voller Leben sind. Mit ganzen Schwärmen von kleinsten Glas-Fischen, bunten Füsilieren, Gruppen von Makrelen oder Baracudas sind. Wir lieben es, wenn es vor uns wimmelt, das man das Riff 🪸 kaum noch sieht.
Ich hatte im Vorfeld unserer Reise schon von einem Internationalen Meditations Zentrum auf Koh Lanta gelesen, wo buddhistische Mönche Interessierten das Meditieren näher bringen und Fragen beantworten. Und da ich die Sonne heute lieber meiden sollte, eine gute Gelegenheit auch das mal anzuschauen.
Jenny hat mich hingefahren und hat es sich solange in einer Bar/Cafe und Buch gemütlich gemacht.
Es ist sehr ruhig, etwas abseits gelegen – mitten in der Natur. Ich war erst alleine – unter Affen, die sich am Brunnen und den Örtlichkeiten austobten aber mich zum Glück nicht weiter beachtet haben. Dann kam ein Mönch, der erstmal die Affen verscheucht hat. Fast gleichzeitig kam noch ein Franzose und ein italienisches Pärchen.
Der Mönch kam gleich zur Sache. Kurze Vorstellung woher kommt ihr und habt ihr Erfahrung mit Meditation. Dann waren wir schon in den ersten 10 Minuten Augen schließen und schweigen. Anschließend kurze Erklärung zur jetzt folgenden Geh-Meditation für 30 Minuten und anschließend 30 Minuten Meditation im sitzen.
Es war spannend und alleine die Aura dieses Ortes, das plätschernde Wasser, die Geräusche der Natur, Affen, Vögel, Hunde, Blätterrauschen und die Präsenz, der Respekt und Aura des Mönches waren schon toll und haben es zu einem tollen Erlebnis gemacht. Ob Meditation dadurch den Weg in mein Leben findet weiß ich noch nicht. Sicher nicht in der Länge / Art und nicht täglich aber vielleicht mal ab und zu in anderer Weise.
Jenny hat mich wieder abgeholt und wir sind weiter nach Koh Lanta Old Town.
Ein historisches Fischerdorf auf der anderen Seite der Insel, das für seine auf Stelzen über dem Wasser errichteten, über 100 Jahre altenim chinesischen Stil erbauten Holzholzhäuser bekannt ist. Früher wichtiger Handelshafen und Verwaltungszentrum, bietet es heute eine ruhige, authentische Atmosphäre mit kleinen Shops, Cafés und Restaurants, die Meerblick bieten.
Auf dem Rückweg noch einen Buddhistischen Wat/Tempel besucht, danach „Tanken“ und den Tag auf unserer Terrasse vorm Bungalow ausklingen lassen.
Gestern haben wir einfach mal nichts gemacht. Also wirklich nichts. Pool, Liege, Wasser, Sonne. Die Anlage ist plötzlich deutlich ruhiger geworden. Keine schreienden Kinder mehr, keine Dauerbeschallung. Ob wohl eine Großfamilie ausgecheckt hat? Man weiß es nicht. Aber wir haben es genossen.
Sue war hochmotiviert. Endlich mal richtig sonnen. Drei Mal dürft ihr raten, wie das am Abend aussah. Sagen wir so: Aloe Vera kam nicht ohne Grund mit zur Massage.
Ich habe tatsächlich ein Buch angefangen. Ja, wirklich. Kein Handy, kein Planen, kein Route-Check. Einfach lesen. Fühlte sich fast ungewohnt an.
Abends ging’s dann zur Massage. Sue Aloe Vera Treatment, ich ganz schlau nur „Back and Shoulder“. Meine Waden schreien nämlich immer noch vom Muskelkater der letzten Session, und ich dachte, ich umgehe das Ganze wie ein Fuchs.
Spoiler: Ich war kein Fuchs.
Die Dame begann exakt womit? Mit Füßen. Und Waden. Genau dort, wo es am meisten weh tut. Ich bin fast zusammengebrochen vor Schmerz – und gleichzeitig musste ich so unfassbar lachen. Dieser absurde Moment, wenn du eigentlich schreien willst, aber stattdessen kichernd auf der Liege liegst, weil dein Körper komplett überfordert ist.
Es war ohne Zweifel die härteste Massage meines Lebens.
Nachdem ich sie überlebt hatte, sind wir zur blauen Stunde den Hauptstrand entlanggelaufen. Dieses Licht, wenn der Tag kippt und alles ein bisschen weicher wird.
Wir haben uns bewusst ein Restaurant ausgesucht, das wir noch nicht kannten. Unser Essen am Vorabend war nämlich ein Totalreinfall – und ich jammere seit einer Woche nach Käse.
Also habe ich es getan.
Pizza.
Thunfisch.
Doppelt Mozzarella.
Mein erstes Stück Pizza in Asien. Zumindest kann ich mich an kein anderes erinnern. Und ja – es war genau das, was ich gebraucht habe
Gestern sind wir aus unserer kleinen Villa ausgezogen. Wehmütig.
Wirklich, wirklich nice war es dort. So ein Ort, bei dem man morgens barfuß durch die Küche läuft und denkt: Genau so soll sich Urlaub anfühlen.
Und dann Koh Lanta.
Irgendwie stellt sich die Insel gerade etwas um. Noch mehr Tourismus? Oder vielleicht bin ich es, die sich verändert.
Unser Lieblingsrestaurant bekam zwei Chancen. Früher war es ein kleines Highlight. Dieses sichere „Da gehen wir am liebsten jeden Tag wieder hin“.
Diesmal eher solide. Nicht schlecht. Aber auch nicht mehr dieses besondere Gefühl. Man merkt, wenn etwas nicht mehr ganz mit derselben Hingabe gemacht wird.
Der Strand ist voll. Wirklich voll.
Und unser Lieblingsspot zum Lesen und Chillen – dieser perfekte kleine Fleck mit genau dem richtigen Schatten – ist noch da. Aber anders. Kleiner. Unbequemer. Ein bisschen zusammengerückt zwischen all dem, was neu dazugekommen ist.
Unsere kleine, familiengeführte Lieblingsanlage ist bis auf das letzte Zimmer ausgebucht. Viele Kinder, viel Bewegung. Es ist schön zu sehen, dass es läuft. Und gleichzeitig merkt man, dass man sich Gedanken um Liegen machen muss am Pool und ob man überhaupt dort sein will. Das war früher nicht so. Oder ich erinnere mich nicht.
Gestern Nachmittag sind wir ein wenig mit dem Roller los. Einfach treiben lassen. Die ersten Strände abklappern, schauen, was sich getan hat.
Dann ein einheimischer Jahrmarkt.
Später Saladan.
Früher war jede Nacht die Straße zum Hafen gesperrt. Marktstände, Lichter, dieses leichte Durcheinander, das man so mochte.
Heute liegt der Nacht-Food-Markt auf einem eigenen Gelände, schräg gegenüber. Alles etwas strukturierter. Es nennt sich jetzt Walking Street.
Und ganz ehrlich:
Gott sei Dank keine Bars wie in Patong.
Keine Neonlichter, kein Dauer-Party-Modus, keine laute Musik.
Stattdessen unspektakuläre Essensstände mit Pancakes, Crêpes, Döner, Saft-Smoothies und Pad Thai. Daneben Hosen, T-Shirts, Souvenirs.
Alles nett. Alles okay. Nichts besonderes.
Wir sind jetzt zum sechsten Mal hier.
Und wenn man ehrlich ist, haben wir hier insgesamt fünfmal mehr Zeit verbracht als in den letzten 16 Jahren auf Ibiza.
Das muss man sich mal vorstellen.
Vielleicht ist es genau das.
Man kennt einen Ort irgendwann zu gut. Man merkt jede kleine Veränderung. Man vergleicht mit Erinnerungen, nicht mit der Realität.
Und trotzdem – es ist immer noch Koh Lanta und immernoch schön.
Die Sonnenuntergänge sind dieselben – magisch.
Das Licht ist weich.
Das Meer rauscht wie immer.
Und wir fühlen wir uns wohl.
Vielleicht ist es einfach dieses Gefühl von Vertrautheit.
Nicht alles ist wie früher. Aber es ist auch nicht fremd
Oder es braucht einfach nur einen neuen Lieblingsplatz.
Im Moment sitze ich am Pool und sehe zwei Backpacker auschecken.
Alles passt in ihre Rucksäcke. Schultergurte festgezogen, noch schnell die Sonnenbrille verstaut, dann los.
So wie wir.
So, so oft.
Und ich ertappe mich bei einem Gedanken: Unsere Backpacks sind besser.
Diese Kofferrucksäcke, die man nicht von oben stopfen muss, sondern wie einen Koffer aufklappt. Kein Wühlen von unten nach dem einen Shirt. Ein kleines Upgrade des Backpacker-Lebens.
Wobei?!
Haben wir eigentlich erwähnt, dass wir dieses Mal mit Koffern unterwegs sind?
Koffer.
Weil wir die ersten zehn Tage sowieso ein Auto hatten. Weil unser Reiseverlauf kein klassisches Backpacking war. Kein wildes Inselhopping, kein Fähren-Marathon, kein „Wir schauen mal, wo wir morgen schlafen“.
Wir wussten ja, wo wir hinwollten. Koh Lanta. In diese kleine Anlage.
Dass wir hier trotzdem dreimal umziehen mussten, lag einfach daran, dass bei unserer Anfrage schon die ersten 3 Tage alles voll war. Ähnlich wie in Khao Lak. Am Anfang fand ich es doof, Gott und die WElt reist nach Thailand, dass man schon vorbuchen muss, selbst in einer Anlage die „weiterweg“ vom Strand ist…
Im Nachhinein muss man sagen: Zum Glück.
Die letzten beiden Unterkünfte waren wirklich schön. Anders als geplant. Aber vielleicht sogar besser.
Und während die beiden Backpacker jetzt mit ihren Rucksäcken vom Hof laufen, sitze ich hier mit und denke:
Oh Gott, ich bin ein bisschen froh, dass wir nicht weiterziehen, denn ich habe noch nicht die Ruhe um ein Buch anzufangen, immer treibt mich etwas… Der Blog, die Natur, die Zeit… Früher wären die ersten 5 Bücher schon durch… heute schauen wir abends „Serie“ … verrückt!
Es ist vom Gefühl wie Lanta, vertraut, aber verändert…. Trotzdem